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Wanderung zum Forsthaus Echterspfahl


Vom Wasserschloß Mespelbrunn zum Echterspfahl

Wasserschloss Mespelbrunn
Wasserschloss Mespelbrunn Geöffnet von April - Anfang November


Wir stehen vor dem Wasserschloss Mespelbrunn.

Ein Kapellenturm, zwei Treppengiebel, der 30 Meter hohe Bergfried und der erkergeschmückte Torflügel voraus. Das Wanderzeichen "Roter Querbalken" auf weißem Grund findet sich links des Schmuckstückes an einem Baum, auch ein Fuchssymbol und der Hinweis "Echterspfahl".

Internetadresse vom Echterspfahl: www.echterspfahl.de


Bald ist das Wasserschloß unserem Blicken entschwunden. Wir befinden uns im Ingelheimer Grund. An der ersten Gabelung halten wir uns links: Der rote Querbalken auf weißem Grund gibt bis zum Forsthaus Echterspfahl Sicherheit.

Am Wegesrand zu lesen: "Seid leise, dann seht ihr vielleicht ein Reh, bleibt auf den Wegen, tut den Pflanzen nicht weh; leint an die Hunde, das Wild scheut die Hatz usw.

Es geht bergauf im dichten Wald aus Kiefern, Buchen und Fichten, der sandsteingeflasterte einstige Fuhr- und Kutschweg allwettertauglich. Nach etwas 4 km (eine Wanderstunde) und 200 Meter Höhenunterschied überqueren wir die Bundesstraße 8 und lassen es uns im Forsthaus Echterspfahl (montags Ruhetag, die ersten 2 Septemberwochen geschlossen) in einer gemütlichen Stube mit Kamin gut gehen. Wo heute das Forsthaus steht, soll nach einer Sage ein Ritterschloß gestanden haben: "Drei Brüder Echter wohnten dort, jedermann vermied den Ort, im nahen und fernen Land, die Räuberburg genannt.

Zurück über die Bundesstraße 8 in den Wald. An der ersten Gabelung rechts der Weg, auf dem wir gekommen waren - doch geradeaus steht unser Sinn (Markierung: roter Querbalken auf weißem Grund), die Zahl 7 und das E für Eselsweg. Nach knapp 3 Kilometern aufgepaßtl. Im rechten Winkel folgen wir dem mit einem roten Punkt auf weißem Grund gekennzeichneten Weg via Mespelbrunn. Nach 70 Metern (geradeaus) verlassen wir den Hauptweg - den roten Punkt nicht aus den Augen lassen, er taucht wirklich alle naselang auf.

Der Wald wird dichter und dichter, der Boden laubweich, dann ein Hohlweg - MÄRCHENHAFT !!!

Oberhalb des Grabens laufen, bergab und immer geradeaus, dem roten Punkt nach. Eine halbe Stunde noch, teilweise steil hinab.

Dann stehen wir wieder vor dem Wasserschloß. Noch mit Lust und Muße für eine halbstündige Führung durch die Kleinodien des unvergleichlichen Hauses, das in dem 1958 uraufgeführten Spielfilm "Das Wirtshaus im Spessart" mit Liselotte Pulver in der Hauptrolle bewundert werden konnte.

Länge der Wanderung: etwa 10 Km
Das Museum Schloß Mespelbrunn ist von März bis November geöffnet.

Der "Jockel" und der "Jockenmüller"

Zur Zeit des Kurfürsten von Erthal fuhr einmal der obere Müller von Wintersbach allerlei Jagdgerät aus dem Aschaffenburger Zeughause nach Rohrbrunn. Hier rastete er im Gasthaus zum Hochspessart und gönnte sich einen guten Trank. Derweil hielt sein Gespann draußen auf dem Hof neben der sogenannten "Sohle". Die müden Pferde hatten sich hingestreckt und schliefen.
Nun kam der kurfürstliche Leibjäger vorüber, der schlug aus bloßem Übermut nach den Tieren, und dabei traf ihn das aufgeschreckte Pferd so mit den Hufen, dass er im nächsten Augenblick langwegs in der Sohle lag. Der schmutzbedeckte, zornige Jägersmann band das Pferd ab, setzte sich darauf und hetzte es, bis es tot zusammenbrach. Solches ward auch dem Fürsten kund, und der ließ alsdann Jäger und Müller zur Tafel laden. Jener musste vor allen Gästen das ganze Begebnis erzählen, und Scham und Angst trieben ihm den Schweiß aus der Stirne. Er wurde angewiesen, dem Müller alljährlich eine bestimmte Summe Bußgeld zu entrichten. Der Jäger, welcher Jocken hieß, wurde zur Strafe nach dem einsamen Echterspfahl versetzt. Von nun an führte der Echterspfahl auch den Namen "Jockei", und die Wintersbacher Mühle, in der sich alle Jahre der Jocken zur Leistung des Sühnegeldes einfand, wurde seitdem "Jockenmühle" geheißen. Ihr Besitzer ist bis in die jüngste Zeit der "Jockenmüller" geblieben.
Betta Dietrich

Quelle: Spessart-Sagen, Valentin Pfeifer, Aschaffenburg 1948, S. 62f